Sporthallenneubau Perelsplatz

Am Mittwoch, 16. Juni 2021 habe ich mich mit Astrid Bialluch-Liu (sportpolitische Sprecherin), Ralf Kühne (stadtentwicklungspolitischer Sprecher), Anwohnenden sowie Christian Wille und Chris Landmann vom Friedenauer TSC 1886 e. V. und Sebastian Howe von Kiezmove e. V. getroffen, um gemeinsam über den geplanten Hallenneubau zu sprechen. Dieser ist schon lange Thema vor Ort: 

Der Bezirk benötigt dringend weitere Sporthallen (= gedeckte Sportanlagen) und hat dafür nur begrenzt eigene Flächen zur Verfügung. Die Anwohnenden befürchten mit dem Bau einer wettkampfgerechten Halle eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität vor Ort vor allem durch den dann fehlenden Sportplatz aber auch durch den zunehmenden Verkehr als auch durch die Größe (Höhe) des möglichen Neubaus. Der Verein Kiezmove e. V. möchte den derzeitigen Platz gerne (wieder) nutzen und findet, dass es zu wenige Sportplätze (=ungedeckte Sportanlagen) gerade auch im Kiez gibt. 

Bei den Gesprächen vor Ort wurde die mangelnde Information seitens des Bezirksamtes kritisiert. Die Anwohnenden, insbesondere die Bürgerinitiative, hätten gern Informationen über die aktuelle Planung des Bezirksamtes hinsichtlich der zukünftigen Flächenaufteilung. Sie setzen sich dafür ein, dass der neue Sportplatz möglichst groß wird und sehr schnell nach dem Abriss der alten kleine Sporthalle errichtet wird und dass die Halle nicht direkt an die Straße gebaut wird. Zu ihrer eingereichten Petition haben sie vom Bezirksamt noch keine Stellungnahme erhalten. 

Seit einiger Zeit kann der Sportplatz nachmittags nicht mehr genutzt werden, was der Verein

Kiezmove e. V. und die Anwohnenden gleichermaßen kritisieren. Hierzu bringen wir einen

entsprechenden Dringlichkeits-Antrag in der BVV ein, denn wir finden, dass der Platz bis zum Start

der Bauarbeiten genutzt werden könnten sollte.

Ralf Kühne erklärte, wie es dazu kam, dass an dieser Stelle eine neue Halle gebaut werden muss: Die bestehende Halle an der Lauterstraße ist nicht sanierungsfähig und wird abgerissen, sobald die neue Halle errichtet worden ist. In Friedenau gibt es leider keine Flächen für zusätzlichen Sport. Der Bezirk ist verpflichtet, ausreichend Schul- und Sportplätze zur Verfügung zu stellen. Erst an zweiter Stelle stehen die Vereine. Als 2009 die Mensa für die Friedrich-Bergius-Schule gebaut wurde, gab es leider kein Geld für eine große Sporthalle, so dass dort nur ein Spielfeld über der Mensa gebaut werden konnte. Es war auch nicht möglich, auf dem Gelände der Friedenauer Höhe eine Sporthalle mit zu planen, da dieses eine private Baufläche ist. Die kooperative Baulandentwicklung sieht nicht die Planung einer Sporthalle vor. Für die Fläche ist die Typensporthalle TSH 60 K mit 3 Spielfeldern angemeldet. Die Bauvorbereitung kann theoretisch jederzeit losgehen – oder aber sich noch 2 – 3 Jahre in die Länge ziehen. 

Astrid Bialluch-Liu, sportpolitische Sprecherin, betonte, dass auch die Sportvereine vom Sporthallenneubau profitierten, denn diese können die Halle für ihre unterschiedlichen Sportangebote nachmittags oder am Wochenende nutzen. Genauso wichtig sei es, dass neben der neuen Halle zügig eine neue Sportfläche entsteht. Darüber hinaus ist es unserer Grünen Fraktion auch sehr wichtig, dass geeignete Schulspiel- und Sportplätze im Kiez nach Schulschluss für Kinder und Jugendliche zur freien sportlichen Nutzung geöffnet werden. Geeignet wäre z.B auch der Schulsportplatz des Paul-Natorp Gymnasiums. An leicht zugänglichen Plätzen wie z. B. dem Spiel- und Sportplatz der Ruppin-Grundschule wird das praktisch schon gelebt. Wir setzen uns dafür ein, diese ungenutzten Ressourcen für die Anwohnenden nutzbar zu machen. Gerade zu Corona-Zeiten zeigt sich, wie wichtig diese Angebote sind.

Für mich war das Gespräch mit den unterschiedlichen Beteiligten sehr wichtig, um alle Sichtweisen hören zu können. In unserem dicht besiedelten Friedenau, in dem Flächen rar sind, müssen wir über die Öffnung von durch Schule genutzten Spiel- und Sportflächen nachdenken und ein entsprechendes Konzept hierzu entwickeln und umsetzen. Wie gut das auf dem Spiel- und Sportplatz der Ruppin-Grundschule funktioniert, erlebe ich tagtäglich. 

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